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Präventionsstück: "Haudidudi Rumpelpumpel oder geht`s auch ohne Kloppen?"

Hanne Heinstein

 

 

 

Haudidudi, der kleine Troll wohnt mit der Raupe, der Elfe, dem Lehrer, der Hasenfamilie und anderen kleinen Wesen in einem Dörflein im Großen Wilden Wald. Wenn alle machen was er will, ist Haudidudis Welt in Ordnung. Doch sobald er sich missverstanden oder ungerecht behandelt fühlt, spielt er böse Streiche und ärgert die anderen. Auf Dauer will niemand mehr sein Freund sein und der Lehrer beschließt, ihn in die Hexenschule zu schicken. Haudidudi flieht und ist auf sich allein gestellt. Doch am Ende wird alles gut und Haudidudi hat erfahren, was er tun muss, damit es mit den anderen klappt.
Themen:
Konfliktlösung ohne Gewalt, Empathie und Selbstvertrauen entwickeln

Bewertung der Erziehungswissenschaftlerin Dr. Ulrike Hoge:  Marionettentheaterstück „Haudidudi Rumpelpumpel“:

„... Marionettentheater ist für Kinder kein selbstverständliches Medium, da es weitgehend durch Kino oder Fernsehen ersetzt wird. Es gibt jedoch Vorteile gegenüber Filmen. Hintergründe, Aufbau, Tricks u.s.w. sind gut durchschaubar.

Marionetten sind Tier-Mensch-Phantasie-Wesen, die durch ihre Phantasiegestalt einen größeren Handlungsspielraum genießen, sie können zum Beispiel fliegen und zaubern. Die Zuschauer werden in die Handlung integriert, hier zum Beispiel beim Lösen von Rechenaufgaben, und haben den Eindruck, den Verlauf des Stückes mit zu bestimmen. Das Marionettentheater schafft eine Atmosphäre des Besonderen, wodurch die Aufmerksamkeit erhöht wird.

Haudidudi ist ein Außenseiter, er verhält sich gegen die notwendigen Regeln der Gemeinschaft. Allerdings kann das Verhalten von Haudidudi vom Zuschauer nachvollzogen werden. Er weckt Verständnis, er wirkt sympathisch und ist trotz seiner Aggressivität hilfsbedürftig. Die Gemeinschaft versucht, ihm zu helfen. Sie grenzt ihn nicht aus, akzeptiert aber auch sein Verhalten nicht, bzw. stellt die Forderung, Verhalten zu ändern. Hier wird ein typischer Konflikt in der heutigen Realität eines kindlichen oder jugendlichen Außenseiters dargestellt. Auf der einen Seite wird er verurteilt und bestraft, von der Gemeinschaft ausgeschlossen – auf der anderen Seite erhält er bedingungsloses Verständnis für sein Tun. Im Laufe des Stücks erkennt Haudidudi selbst, wie sehr er die Gemeinschaft braucht und möchte zu ihr zurückkehren. Gerade hier muss er sich bewähren, er darf nicht hilflos sein. Jetzt bleibt er nicht in der Rolle des Verlierers, dem sich nur aus Mitgefühl angenommen wird. Vielmehr muss und darf er jetzt etwas leisten.

Seine Aggressionen werden nicht abgelehnt, sie werden in ritualisierter Form für die Gemeinschaft eingesetzt. Plötzlich kann er etwas und ist allen nützlich. Am Ende ist er Teil der Gemeinschaft, wird gebraucht und braucht gleichzeitig die anderen. Für die zuschauenden Kinder entsteht ein Konflikt. Sie sind einerseits auf der Seite von Haudidudi, sie mögen ihn, können sich in ihn hineinversetzen und sagen ihm zum Beispiel beim Rechnen vor. Kinder erkennen die eine oder andere Verhaltensweise von sich selbst, finden sein Verhalten lustig oder gar cool. Andererseits erkennen sie, dass ihre Sympathiefigur nicht glücklich und nicht erfolgreich ist. Dieser Konflikt führt zu einer inneren Spannung, für die eine Lösdung gefunden werden muss. Aktives Mitdenken und Problemlösen, zu dem das Marionettentheater Raum lässt, ist gefragt.

Am Ende haben die Kinder gemeinsam mit Haudidudi eine Lösung gefunden und erkannt, dass Gewalt der falsche Weg ist…“


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